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Handball: (Handball-Sport-Club e. V. Bad Neustadt)
Punkten ist erneut eminent wichtig

Hartmut Brunner

Mittwoch, 19.03.2003, 19.30 Uhr Bürgermeister-Goebels-Halle Bad Neustadt HSC Bad Neustadt – TV Gelnhausen

Das nächste Aufsteigerduell steigt im Nachholspiel am heutigen Mittwoch auf dem Neustädter Schulberg gegen den TV Gelnhausen. Die Hessen brauchen dazu nur gut 100 km zurückzulegen, weniger als alle anderen Konkurrenten. Bei etwas längerer Ligazugehörigkeit beider Vereine könnte man also von einem Derby sprechen. Die Voraussetzungen dazu sind allerdings recht unterschiedlich. Der TVG hat als wohl am meisten unterschätzter Aufsteiger bisher fleißig gepunktet. Mit 29:23 Punkten ziert man den 9. Platz, vor allen anderen Aufsteigern.

Bezeichnend ist, dass zwei nach dem Aufstieg getätigte Neuverpflichtungen die Torschützenliste der von Sergej Budanow trainierten Barbarossastädter anführen. Juri Sadovski ist mit über 200 Treffern der absolute Top-Torjäger vor Arnar Geirsson (120), der vor seinem Engagement in Hessen auch schon beim HSC im Gespräch war. Auch der dritte namhafte Neuzugang, der grönländische Nationalspieler und Linkshänder Hans-Peter Motzfeld (50) hatte schon das Interesse des HSC auf sich gezogen. Die eigentliche stärke der Gelnhäuser liegt im Rückraum. Neben Sadovski und Geirsson wirbelt hier vor allem noch Marc Stallmann (71), der im Hinspiel die meisten TVG-Feldtore erzielte.

Neben dem starken Rückraum sorgt eine offensiv ausgerichtete, zupackende 3-2-1-Abwehr für den Erfolg der A66-Anrainer. In der Fair-Play-Tabelle liegen die Gäste mit durchschnittlich über 13 Strafminuten auf dem wenig rühmlichen letzten Platz. Der HSC ist hier mit 9,4 Strafminuten im Schnitt Sechster. Solche Statistiken sollte man allerdings nicht überbewerten.

Entscheidend wird beim HSC sein, ob man den deutlichen Aufwärtstrend vom Wochenende in Dormagen fortsetzten kann. Wenn wieder alle Feldspieler Torgefahr, taktische Disziplin und Siegeswillen entwickeln, sollte der erste Sieg in diesem Jahr nicht unmöglich sein. Nach den Erfahrungen in Dormagen ist die Mannschaft konditionell nicht unbedingt unterlegen. Hier begann sich die intensive Arbeit und die veränderte Einstellung auszuzahlen.

Viel wird gegen die vorgezogene Abwehr der Gäste davon abhängen, ob man die Außen- und Kreisspieler in Szene setzten kann. Diese müssen zumindest mehr als üblich in Bewegung sein. Auch können vor allem Espen Hanssen und Stig Skilbred mit ihren Finten im Spiel 1 gegen 1 die Abwehr überwinden.

Wenn dazu noch die gewohnt starke Leistung der Torhüter Håvard Martinsen und Thorsten Nick kommt, dürfen sich die Zuschauer auf ein spannendes Spiel freuen. Die Mannschaft baut jedenfalls wieder verstärkt auf die Unterstützung von den Rängen. Der in Dormagen gezeigte Kampfgeist verdient jedenfalls eine entsprechende Honorierung, auch wenn die letzen Heimspiele gegen die Top-Teams aus Friesenheim und Solingen nicht nur aus Fansicht nicht zufrieden stellend verliefen.

Man muss sich einfach daran gewöhnen, dass der Spielplan für den HSC unterschiedliche, ja konträre Phasen bereithält. Da kann es nur heißen, dann mental und körperlich voll da zu sein, wenn ein Sieg möglich ist. Auf diesem Gebiet konnte bekanntlich die TuSpo Obernburg voll überzeugen. Inzwischen scheint der HSC in diesem Zusammenhang auch dazugelernt zu haben. Die Fans würden einen Beweis, der die Hoffnung weiter nährt, gewiss dankbar aufnehmen.


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Autor: hh
Artikel vom 18.03.2003, 07:52 Uhr
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