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Handball: (Handball-Sport-Club e. V. Bad Neustadt)
Abstieg kaum noch abzuwenden

Pressemitteilung

Handball 2. Bundesliga Süd, Männer
Samstag, 29.03.03, 16.00 Uhr, Karl-Heinz-Hiersemann-Halle
HC Erlangen - HSC Bad Neustadt 29:26 (15:10)

Nach der Niederlage in Erlangen erscheint es für den HSC Bad Neustadt kaum noch möglich, den Abstieg aus der 2. Bundesliga zu vermeiden. Sechs Spiele stehen noch aus und der rettende 15 Platz ist nun 4 Punkte voraus. Im Sport soll man nicht zu früh aufgeben, aber seit dem 28. Dezember hat der HSC kein Spiel mehr gewonnen und nur bescheidene 2 Punkte geholt. Die "Abstiegsspiele" gegen Obernburg und nun in Erlangen gingen verloren. Es verbleibt nun eigentlich nur noch die Hoffnung auf einen allerdings völlig ungewissen Rückzug eines Vereins oder die Verweigerung der Lizenz für einen Konkurrenten. Auch die intensive Trainingsarbeit von Horia Markel-Suciu konnte die entscheidenden Punkte nicht bringen. Vielleicht kam dieser Richtungswechsel zu spät. Über weite Strecken waren die Neustädter dem Abstiegskampf in Erlangen nicht gewachsen. Handball brutal war nämlich von Seiten der Gastgeber angesagt. So viele Fäuste wie am Samstag landeten selten in den Gesichtern der Rhöner. Ein Fan kleidete seinen Unmut nach dem Spiel in ein ironisches Wortspiel. Man könne den Schiedsrichtern schließlich nicht vorwerfen, dass sie ihre Linie nicht deutlich vorher angezeigt hätten. Auf ihren Trikots stand der Werbeaufdruck "Wüstenrot". Die Roten (HSC) seien wüst bestraft worden, während die Blauen (HCE) glimpflich davon kamen.

In der Tat, abgesehen von einer direkten roten Karte gegen den Erlanger Andreas Klarner nach 12 Minuten, erst sein zweiter Faustschlag wurde geahndet, hatten die Gastgeber viele Freiheiten in der Abwehr. Als Stig Skilbred in vollem Lauf von der Seite umgerannt wurde, blieben die Pfeifen stumm. Tobias Wannenmacher konnte sich vor der Pause noch ein zweites grobes Faul leisten, ohne auch nur die gelbe Karte zu sehen. Auf der Gegenseite wurde regelkonform und konsequent bestraft. So wurde den Neustädtern frühzeitig der Schneid abgekauft. Die Routine der Erlanger, die durch jahrelangen Abstiegskampf gestählt sind, sorgte für einen ständigen Vorsprung. Während man den von den Schiedsrichtern zugelassenen Rahmen konsequent ausnutzte, erstarrten einige HSC-Akteure vor der kompromisslosen Erlanger Deckung. An mangelnder Unterstützung konnte es nicht liegen. Gut und gerne 150 Fans hatten ihren HSC nach Mittelfranken begleitet und in der Halle konnte man den Erlanger Trommlern durchaus Paroli bieten. Die breite Masse des Erlanger Publikums neigt ja bekanntermaßen nicht zu emotionalen Ausbrüchen.

Nach einer Viertelstunde zogen die Universitätsstädter erstmals beim 7:4 auf drei Tore davon. Wenig später wurde eine Zeitstrafe gegen die Gäste konsequent in Tore umgesetzt. Zwei der drei besten Erlanger, Volker Schwab-Zettl und Tobias Wannenmacher stellten mit uriger Wurfkraft auf 13:6. Nachdem neben Mile Mijacinovic endlich auch Espen Hanssen und der unermüdlich kämpfende Gunnar Odden trafen, kam man auf 14:10 heran. Aber wie bereits in der Anfangsminute zum 1:0 ließ man sich zwei Sekunden vor der Pause erneut übertölpeln, so dass die Erlanger mit beruhigenden 5 Toren Vorsprung in die Kabinen gehen konnten. Auch nach der Pause kam der HSC nie näher als auf 3 Tore heran. Die einzige Chance das Spiel zu kippen, bestand beim 22:19 nach 47 Minuten. Es konnten aber zwei gute Chancen in Folge nicht in Tore umgemünzt werden, so dass die kurzzeitig wankenden Hugenottenstädter wieder auf 25:19 davon ziehen konnten. Immer wenn es notwendig war, wuchtete nun Schwab-Zettl oder der flinke Neuzugang Alexej Pervanciuc den Ball ins Netz, um den HSC auf Distanz zu halten. Bis in die Schlussminute (29:24) wurden die fünf Tore Vorsprung transportiert, ehe Hanssen und Mijacinovic noch zum Endstand 29:26 verkürzen konnten. Insgesamt zu schwach präsentierte sich die Mannschaft, um das vorentscheidende Spiel siegreich bestreiten zu können. Es war nicht nur der Heimvorteil, der für Erlangen sprach. Während beim HSC Anders Indset an diesem Tag nichts gelang und Espen Hanssen seine Tore fast alle erst dann erzielte, als das Spiel schon verloren war, netzten Schwab-Zettl (10/2), Pervanciuc (8/2) und Wannenmacher solange er im Spiel war (4) wie gewohnt ein. Eine Manndeckung gegen Schwab-Zettl probierte man nur in den Anfangsminuten für kurze Zeit aus. Ob eine doppelte Deckung in der zweiten Halbzeit, als mit Schwab-Zettl und Pervanciuc nur noch zwei gefährliche Rückraumspieler auf dem Feld waren, erfolgreicher gewesen wäre bleibt Spekulation, versucht wurde es nicht. Bei Erlangen war auch nicht gerade hohe Spielkunst geboten, aber es reichte, um die Führung im 2. Abschnitt mit Zähnen und Klauen zu verteidigen.

Zwar kämpfte Odden mit großem Elan, erzielte für seine Verhältnisse viele Tore (5), aber der HSC-Rückraum war insgesamt zu schwach, da praktisch nur Mijacinovic aus der Distanz gefährlich war. Über Außen und den Kreis ging wenig, so dass dem Spiel entscheidende Impulse fehlten. Unter der enormen Anspannung des Gewinnen-Müssens konnte sich kein Spieler, außer vielleicht Odden, zu einer außergewöhnlichen Leistung aufschwingen. Daniel Sauer versuchte alles, kam aber gegen die robuste Abwehr nur einmal zum Zuge. Skilbred (2) und Blecha (4) wurden stets massiv angegangen, so dass auch sie nicht für eine Wende sorgen konnten. Schläge und Trikotziehen zermürbten schließlich den HSC, der nicht über die spielerischen Mittel verfügte, um die Abwehr auszuhebeln. Die häufig wechselnden Torhüter Håvard Martinsen und Thorsten Nick zeigten sich gegenüber den Erlanger Keepern Christian Reichel und Martin Manz zwar voll auf der Höhe, konnten hinter der instabilen Abwehr aber auch wenig glänzen.

Mit Glück konnte man am Wochenende wenigstens den 16. Platz verteidigen. Am Samstagabend unterlag Saarbrücken in Dormagen mit 22:21. Der Dormagener Siegtreffer fiel mit dem letzten Angriff Sekunden vor Schluss. Auch der Tabellensiebzehnte und nächste HSC-Gegner am kommenden Samstag, der TV Kirchzell unterlag lediglich mit einem Tor Unterschied 28:27 in Kornwestheim. Jeweils umgekehrte Ergebnisse und der HSC wäre an das Tabellenende gerutscht! Auch wenn der sportliche Abstieg sehr nahe gerückt ist, es bedarf aller Anstrengungen, um wenigstens den 16. Platz zu halten, damit man zur Stelle ist, wenn ein anderer Verein aus wirtschaftlichen Gründen die Liga nicht halten kann. Deshalb und natürlich auch für das treue Publikum, das die 16:30 Niederlage im Hinspiel in Amorbach nicht vergessen hat, muss man am nächsten Samstag zeigen, was man kann. Gerade von den lange Zeit abgeschlagen das Tabellenende zierenden Kirchzellern kann man lernen, dass man den Kopf nie in den Sand stecken darf. Von den vier Kellerkindern haben die Odenwälder in der Rückrunde mit Abstand die meisten Punkte geholt und sich mit dem Abstieg noch nicht abgefunden. Der HSC hat hier einiges gut zu machen. Bereits am Freitag Abend absolvierte Olaf Schimpf sein zweites Spiel mit seinem derzeitigen Verein HCE Rostock. In Schleswig-Holstein unterlag Rostock bei der HSG Tarp/Wanderup mit 29:25. Im Gleichklang mit dem HSC belegen die Rostocker den 16. Platz mit allerdings nur 3 Punkten Rückstand. Nächster Gegner in der Hafenstadt ist der Tabellenfünfzehnte TV Emsdetten, der nach einem 4-Punkte-Abzug eben um diese 3 Punkte vor den Rostockern steht.

HC Erlangen
Christian Reichel und Martin Manz (häufig wechselnd) im Tor; Volker Schwab-Zettl 10(2), Alexej Pervanciuc 8(2), Tobias Wannenmacher 4, Stephan von Pierer 2, Patrick Egelseer 2, Florian Schindler 1, Daniel Pankofer 1, Roland Wunder 1, Martin Obermüller, Andreas Klarner, Markus Blatt (n.e.), Matthias Schmidt (n.e)

HSC Bad Neustadt
Håvard Martinsen und Thorsten Nick (häufig wechselnd) im Tor; Mile Mijacinovic 11(5), Gunnar Odden 5, Espen Hanssen 4, Adi Blecha 3, Stig Skilbred 2, Daniel Sauer 1, Anders Indset, Holger Lührs, Thomas Seiler (n.e.), Sebastian Kneuer (n.e.), Jan Mittelsdorf (n.e.)

Spielfilm:
1:0 - 1:1 - 3:1 - 3:2 - 4:2 - 4:3 - 5:3 - 5:4 - 7:4 - 7:5 - 10:5 - 10:6 - 13:6 - 13:7 - 14:7 - 14:10 - 15:10 ===
15:11 - 18:11 - 18:12 - 19:12 - 19:14 - 20:14 - 20:15 - 21:15 - 21:17 - 22:17 - 22:19 - 25:19 - 25:21 - 26:21 - 26:22 - 27:22 - 27:24 - 29:24 - 29:26

Zeitstrafen:
HCE 5 Obermüller 2 (15:07, 48:23), Pervanciuc (27:03), Egelseer (40:49), von Pierer (57:35)
HSC 6 Indset 3 (02:42, 38:13, 48:48), Odden 2 (22:26, 59:08 rot), Skilbred (24:19)

Siebenmeter: 5 (4) / 5(5)
Schwab-Zettl verwandelt gegen Martinsen (5.)
Mijacinovic verwandelt gegen Manz (9.)
Schwab-Zettl verwandelt gegen Nick (20.)
Mijacinovic verwandelt gegen Reichel (28.)
Schwab-Zettl verwirft gegen Nick (31.)
Mijacinovic verwandelt gegen Reichel (34.)
Pervanciuc verwandelt gegen Nick (37.)
Mijacinovic verwandelt gegen Manz (41.)
Pervanciuc verwandelt gegen Martinsen (49.)
Mijacinovic verwandelt gegen Reichel (58.)
Schiedsrichter: Andreas und Marcus Pritschow (Stuttgart)
Zuschauer: 1200


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Autor: hh
Artikel vom 30.03.2003, 18:48 Uhr
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