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Handball: (Handball-Sport-Club e. V. Bad Neustadt)
Mit Heimsieg verabschiedet

Hartmut Brunner
Samstag, 03.05.2003, 18.00 Uhr Bürgermeister-Goebels-Halle Bad Neustadt
HSC Bad Neustadt - TVA Saarbrücken 31:28 (18:15)

Mit einem allerdings wenig Glanz verbreitenden Heimsieg verabschiedete sich der HSC Bad Neustadt am Samstag Abend von seinem Heimpublikum aus der Saison 2002/2003. Es waren erneut etwa 1000 Zuschauer gekommen, die mit unendlicher Geduld ihr Team über alle Schwächen hinweg zum Sieg anfeuerten. "Dieses Publikum hat mehr als Regionalligahandball verdient." stellte HSC-Kapitän Mile Mijacinovic in der Pressekonferenz nach dem Spiel fest. Der bosnische Leistungsträger spricht zwar nicht perfekt deutsch, hat aber die Fähigkeit, mit wenigen Worten einen Sachverhalt äußerst treffend auf den Punkt zu bringen. Das Wort Abschied begleitete den ganzen Abend, obwohl es im Zusammenhang mit Mijacinovic vermieden werden kann: "Ich bleibe in Neustadt!", rief Mile unter aufbrandendem Jubel nach dem Spiel ins Hallenmikrophon. In nahezu alle Himmelsrichtungen wurden drei Norweger vom HSC verabschiedet. Gunnar Odden, der an diesem Abend sozusagen direkt von der Bohrinsel eingeflogen worden war, widmet sich künftig in seiner Heimat seinem Beruf als Ingenieur bei einer Ölfirma. Ebenfalls drei Jahre beim HSC war Anders Indset. Der sich nach dem Aufstieg als Sänger und Komponist betätigende Individualist wechselt für zwei Jahre mit einjähriger Option zum TV Gelnhausen. Nach zwei Jahren in Bad Neustadt zieht es Espen Hanssen zu Concordia Delitzsch nach Sachsen. Der Linkshänder bleibt also ebenso wie Indset in der 2. Liga. Danach sieht es für den HSC nicht aus. Nachdem gleichzeitig der TV Kirchzell gegen Melsungen mit 21:24 verlor, stehen die Neustädter zwar wieder auf Platz 16, aber nicht absehbare Lizenzentzüge für Konkurrenten bleiben als einzige Hoffnung, die Klasse doch noch halten zu können. Dass die Saison für Saarbrücken ebenso wie für den HSC gelaufen ist, war überdeutlich zu sehen. Die Saarländer waren mit sieben Feldspielern und zwei Torleuten angetreten. Dabei ist der 47-jährige Trainer Momir Rnic bereits mitgezählt. Der jugoslawische frühere Weltklassekreisläufer konnte bei diesem Minikader gar nicht anders, als sich selbst einzuwechseln. Bei einem Konter wurde der Einsatz des vom TVA scheidenden Trainers sogar mit einem Tor belohnt. Für einen HSC in Normalform hätte die Möglichkeit bestanden, die Saarländer deutlich zu distanzieren. Durch ausgedehnte eigene Schwächephasen ließ man die Gäste aber immer wieder herankommen. Bis zum 27:26 nach 50 Minuten hielten die letztendlich kräftemäßig gebremsten Landeshauptstädter besser mit als den Einheimischen lieb sein konnte. Eine konzentrierte Abwehrarbeit fand beim HSC während des gesamten Spiels nicht statt. Christoph Kölsch (5) in der ersten und Erwin Reinacher (7) in der 2. Hälfte konnten aus dem Rückraum immer wieder einfache Tore erzielen. Für Konter und Kreisdurchbrüche war hauptsächlich der gelegentlich zu giftig agierende Belgier Diethard Huygen (8) zuständig. Beim HSC legte Anders Indset (8) los wie die Feuerwehr, zeigte tolle Wurfvarianten und sehenswerte Anspiele. Leider ließ Indset, der wie so oft von einem Extrem ins andere fiel, aber auch deutlich nach. Eher umgekehrt lief es bei Espen Hanssen (6). Der Linkshänder fand nur zäh ins Spiel, steigerte sich aber. Eine gewohnt solide Leistung lieferten Adi Blecha (5) und Mile Mijacinovic (10/4). Im Tor konnte Thorsten Nick diesmal nicht an seine in Oßweil gezeigte Leistung anknüpfen. Nach 12 Minuten kam Håvard Martinsen, der nicht mehr als den gelegentlichen Ausgleich zuließ. In der Schlussphase setzte Horia Markel-Suciu Peter Hofmann ein. Dadurch wurde auch nach außen deutlich, welche Verdienste sich der Leipziger Altinternationale in den letzten Jahren beim HSC erworben hatte. Hofmann sah sich unmittelbar vor dem Abpfiff einem Konterlauf von Huygen gegenüber. Wie in besten Zeiten kaufte der Torwart dem durch übertriebenen Einsatz in der Abwehr aufgefallenen Huygen den Ball ab. Solche Szenen sorgten immer wieder für Stimmung auf den Rängen.

Ein erster Höhepunkt war das 7:4 durch Stig Skilbred vom Kreis. Auch zur Überraschung von Momir Rnic fand ein phantastisches Anspiel von Indset den Weg zu seinem Landsmann. Leider sollte es dessen einziger Treffer bleiben. Skilbred fehlte gelegentlich die Kaltschnäutzigkeit im Abschluss. Anstatt den routinierten Gästen ein Schnippchen zu schlagen und deutlich davon zu ziehen legte der HSC eine Konzentrationspause ein. Nach zwei Kontern durch Rnic und Huygen stand es 10:10 (13.). Im folgenden gelang den Gästen immer wieder der Ausgleich, in Führung lag die Rnic-Truppe allerdings nie. Horia Markel-Suciu setzte alle Spieler ein, so dass sich auch Jan Mittelsdorf wie in Oßweil in die Torschützenliste eintragen konnte. Mit dem 15:14 (23.) leitete er den Halbzeitvorsprung ein. Als die Saarbrücker zum ersten Mal mangelnden Auswechselmöglichkeiten Tribut zollen mussten, warfen Mijacinovic und Hanssen den Halbzeitstand von 18:15 heraus. Auch aus dem 20:15 kurz nach Wiederbeginn konnten die Neustädter nicht viel machen. Nach 40 Minuten stellte der nun aufdrehende Reinacher auf 21:20. Zehn Minuten später das gleiche Bild: 27:26 durch Reinacher. Das Häuflein der Übriggebliebenen von der Saar hatte sich tapfer geschlagen aber auch aufgerieben. Indset, Hanssen und Blecha stellten nun mit drei Toren in Folge den Sieg sicher. Es blieb dabei, mit mehr als drei Toren Unterschied konnte der HSC in der 2. Liga nicht gewinnen.

Es war zwar nichts für Feinschmecker, aber wenigstens das zweite siegreiche Heimspiel in Folge. Die Luft ist am Ende der langen Saison einfach heraus. Einige solcher Siege nach schwachem Spiel mehr und der Klassenerhalt wäre längst gesichert. Unmöglich war er sicher nicht. Aber es fehlte auf allen Ebenen an Erfahrung im Umgang mit der Rolle als Abstiegskandidat. Trotzdem werden viele Fans, die zweifellos zu den Besten der Liga gehören zum letzten Spiel nach Melsungen reisen. Anmeldungen für die Fahrt am nächsten Samstag, 10. Mai ab 15.00 Uhr nimmt wie immer Fam. Pfeiffer unter Tel. 09771-8478 entgegen. Im Hintergrund laufen die Planungen für die kommende Saison. Ein norwegischer Rückraumspieler und ein schwedischer Kandidat für den Trainerposten weilten über das Wochenende in Bad Neustadt. Nach dem Spiel gab Michael Weinhardt, derzeit 2. Vorsitzender des Vereins, bekannt, dass künftig neben ihm und Kassier Paul Back Mannschaftsarzt Dr. Günter Fröhling und Florian Demling zur Führungscrew des Vereins gehören sollen.

HSC Bad Neustadt
Håvard Martinsen (12. - 59.), Thorsten Nick (1.-12.) und Peter Hofmann (ab 59.); Mile Mijacinovic 10(4), Anders Indset 8, Espen Hanssen 6, Adi Blecha 5, Stig Skilbred 1, Jan Mittelsdorf 1, Holger Lührs, Gunnar Odden, Andreas Tam, Daniel Sauer, Sebastian Kneuer

TVA Saarbrücken Torsten Schramm und Philipp Barthel; Diethard Huygen 8, Erwin Reinacher 7, Christoph Kölsch 5, Tobias Stemmler 3(1), Peter Sieberger 2, Thomas Sauer 2, Momir Rnic 1

Spielfilm:
1:1 - 1:1 - 3:1 - 3:2 - 4:2 - 4:3 - 6:3 - 6:4 - 7:4 - 7:5 - 8:5 - 8:6 - 9:6 - 9:7 - 10:7 - 10:10 - 11:10 - 11:11 - 12:11 - 12:12 - 13:12 - 13:13 - 14:13 - 14:!4 - 16:14 - 16:15 - 18:15 === 20:15 - 20:17 - 21:17 - 21:20 - 22:20 - 22:21 - 23:21 - 23:22 - 25:22 - 25:23 - 26:23 - 26:25 - 27:25 - 27:26 - 30:26 - 30:27 - 31:27 - 31:28
Zeitstrafen:
HSC 2 Skilbred (22:47), Tam (34:27)
TVA 1 Rnic (19:18)

Siebenmeter: 4 (4) / 1 (1)
Mijacinovic trifft gegen Schramm (1.)
Mijacinovic trifft gegen Schramm (4.)
Stemmler trifft gegen Nick (5.)
Mijacinovic trifft gegen Barthel (15.)
Mijacinovic trifft gegen Schramm (49.)

Schiedsrichter: Harald Schembs / Markus Weyell (Nackenheim / Nieder-Olm)
Zuschauer: 1000
Stimmen zum Spiel:
Carsten Trimborn (Betreuer TVA Saarbrücken):
Auch im letzten Auswärtsspiel ist es uns nicht geglückt zu punkten. Der HSC kann die Punkte angesichts des Tabellenstandes aber auch eher gebrauchen als wir.

Horia Markel-Suciu (Trainer HSC Bad Neustadt): Das war heute kein überzeugendes Spiel. Wir haben alle Spieler eingesetzt und gesehen, dass das Potenzial zum Aufbau für die Zukunft da ist. Herzlichen Dank an die Zuschauer, es ist das beste Publikum der 2. Liga. Auch allen anderen Mitarbeitern des HSC möchte ich für die vielen Stunden, die sie für den Verein aufwenden Dank sagen.

Mile Mijacinovic (Kapitän HSC Bad Neustadt):
Im Namen der Mannschaft danke ich unseren Zuschauern und Fans für die sagenhafte Unterstützung in der gesamten Saison. Dieses Publikum hat mehr verdient als Regionalligahandball. Ich bleibe in Bad Neustadt. Der Vorstand hat mir versprochen, dass wir nächstes Jahr den Wiederaufstieg anstreben.


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Autor: hh
Artikel vom 04.05.2003, 18:32 Uhr
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